Schön gesehen: Meditation des Zusehens

2 min
Ingrid S. Hofer
Sich im Betrachten zu verlieren,
mit dem Gefühl als löse sich der Raum
in Zeitlosigkeit auf, hat etwas
unglaublich Meditatives an sich.

Ich beobachte gerne. Sitzen und schauen, nichts weiter. Im Café, auf der Straße, in der Natur… Seit kurzem weiß ich auch, ich kann mich total darin verlieren, jemandes (Pinsel-)Strich beim Malen zu verfolgen. Ich bin dabei wie hypnotisiert. Es strömt eine unglaubliche Ruhe und entspannende Energie durch mich. Jemandem beim Erschaffen eines Kunstwerks zuzusehen, hat etwas richtig Erfüllendes an sich.

Gemma O’Brien, die sympathische, australische Letter Artistin hat mich auf ihrer Live-Session am Forward Festival in München dabei total in ihren Bann gezogen. Das Zusammenspiel aus Betrachten und entschleunigender Musik, entführte mich auf eine Reise weit weg, und doch so nah zu mir selbst.

Das erinnert mich auch daran, wie viele Leute sich meist um Straßenkünstler scharen. Es ist nicht nur das selbst Erschaffen, das uns erfüllt, es kann uns auch das Zusehen tief berühren. Dies sind die kleinen Meditationen des Alltags.

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Fotocredits: © by Ingrid S. Hofer | Desinn.today